DigiLab

Soundcloud will auch endlich Geld verdienen – und gibt den Musikern etwas ab

| Keine Kommentare

Banner_SoundCloud_1100x350

Digital was auf die Ohren

Mit “On Soundcloud”, so der Name des geplanten neuen Angebots, will die bis jetzt werbefreie und größtenteils kostenlose Musikplattform Soundcloud demnächst Werbeunterbrechungen einführen und die Künstler an den Einnahmen beteiligen. So sei auch den Künstlern endlich die Möglichkeit gegeben, mit ihrer Arbeit Geld zu verdienen.

Das Prinzip des Berliner Musik-Dienstes, von manchen als “YouTube für Musik” bezeichnet, ist einfach erklärt: User können Songs hochladen, anhören, kommentieren und manchmal sogar downloaden.

Zurzeit gibt es drei verschieden Account-Angebote: Free, Pro (3€/Monat) oder Unlimited/Premier (9€/Monat), die sich in dem Upload-Volumen von Audiodateien und der Detailliertheit der Statistiken zu den Uploads unterscheiden.

Wer nur darauf wartet zwischen den Songs Werbespots zu hören, wartet im Moment noch vergebens, denn bis dato ist die Plattform komplett werbefrei. Dies soll sich allerdings in Zukunft ändern und es sollen “gelegentlich” 15-sekündige Werbespots sowie Online-Anzeigen eingestreut werden. Dieses wird zunächst in den USA mit Werbetreibenden wie Red Bull und Jaguar eingeführt. Wann On Soundcloud in Deutschland eingeführt werden soll, ist noch nicht bekannt. Hervorzuheben ist, dass die Künstler oder gegebenenfalls Musikverlage den Werbeanzeigen vor ihrem Content zustimmen müssen.

Auswirkung

Will Soundcloud also mit Spotify gleichziehen? Die Antwort auf diese Frage ist ganz klar: Nein. Denn im Gegensatz zu Spotify, welches nur einen Streamingdienst darstellt, können User von Soundcloud aktiv ihre eigenen Inhalte hochladen und publik machen. User, die sich eher passiv verhalten und einfach nur Musik hören wollen, können dies und werden dies auch in Zukunft kostenlos und in unbegrenztem Ausmaß tun. Wer allerdings auch in Zukunft nicht durch Werbespots gestört werden möchte, wird dann allerdings auch hier in den Geldbeutel greifen müssen.

Ausblick

Durch diese Öffnung gegenüber Werbung auf ihrer Plattform, die nach eigenen Angaben 350 Millionen Internutzer pro Monat erreicht, erhoffen sich die Gründer des Berliner Start-Ups an den Erfolg der großen Vorbilder wie Facebook, Twitter und YouTube, die schon immer durch Werbung finanziert wurden, anzuknüpfen. Im Januar 2014 soll das Unternehmen mit einem Wert von ca. $700 Millionen bewertet worden sein, allerdings konnten noch keine großen Umsätze hervorgebracht werden, was wohl der Hauptgrund für die Werbeschaltungen sein dürfte.

Das Unternehmen betont allerdings auch, dass diese Werbeeinnahmen sowohl dazu dienen sollen, den Künstlern etwas zurückzugeben (dies wird wohl nur mit einem Unlimited/Premier Account möglich sein, zu dem man bis jetzt noch eine persönliche Einladung benötigt), als auch die Plattform weiterhin kostenlos anbieten zu können, zumindest in der Basisvariante. Eine kostenpflichtige Version ohne Werbeunterbrechungen sei ebenfalls geplant.

Fazit

Das Einführen von Werbeunterbrechungen auf Soundcloud war eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, da es eines der letzten großen Musikportale ist, die noch werbefrei sind. Die Bedingungen, unter denen Werbung geschaltet werden darf, scheinen zunächst einmal als großzügig, da auch die Künstler mitentscheiden und sogar damit Geld verdienen können. Ob dieses Modell allerdings langfristig so bleiben wird, ist bis jetzt nicht bekannt.

Quellen:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Musik-Dienst-Soundcloud-Werbung-fuer-Hoerer-Geld-fuer-Kuenstler-2300282.html

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/start-up-schaltet-werbung-jukebox-soundcloud-soll-geld-einbringen/10365494.html

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.