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Netflix springt in den Red Ocean

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Digitale Eskapade

Amazon Instant Video, Maxdome, Watchever, Sky Snap und beinahe unzählige weitere kleine Video-Streaming Anbieter tummeln sich bereits auf dem deutschen Markt. Und nun steht der US-Riese Netflix auch noch kurz vor dem Markteintritt, voraussichtlich am 16. September, in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Österreich, Belgien, Luxemburg und der schweiz. Eine kluge Entscheidung?

Die Anzahl der Anbieter von Video-On-Demand scheint ständig zu wachsen. Doch im Prinzip haben sie alle das gleiche Geschäftsmodell: User können sich für einen fixen Monatspreis registrieren und können somit ihre Lieblingsfilme und -Serien so oft und zu dem Zeitpunkt, zu dem sie es wollen, online ansehen. Die einzige Unterscheidung liegt in den angebotenen Inhalten. Und genau dort liegt das Problem, denn gewisse Serien und Filme können ausschließlich über eine bestimmte Plattform gestreamt werden, da es hierzu Lizenzvereinbarungen gibt. Wenn ein User also wirklich alle seiner Lieblingsinhalte dauerhaft zur Verfügung haben möchte, muss bei mehreren Anbietern gleichzeitig registriert sein und natürlich auch dafür bezahlen.

Warum will Netflix also in diesen Markt eintreten bzw. was hat Netflix, das andere nicht haben? Der Preis ist es schon mal nicht. In den USA kostet das Monatsangebot $7,99, in anderen europäischen Ländern, in denen Netflix schon aktiv ist, 7,99€. Somit ist zu erwarten, dass der Preis in Deutschland auch bei ca. 8€ liegen wird. Damit reiht sich Netflix ziemlich genau da ein, wo die Konkurrenz auch steht (Watchever: 8,99€, Maxdome 7,99€). Die erste Konsequenz des angekündigten Markeintritts von Netflix ist allerdings schon zu spüren. So senkte Sky kürzlich den Preis für sein Angebot Snap, das zu Beginn mit 9,99€ das teuerste Angebot war, auf 3,99€. Ob die anderen Anbieter nachziehen und eine Preisschlacht entstehen wird, bleibt abzuwarten.

Ausblick

Netflix wird mit breiten Schultern und den Erfolgen in anderen Märkten im Rücken in den deutschen Markt eintreten, Gerüchten zufolge soll Netflix $400 Millionen für den Markteintritt in die Hand genommen haben. Im zweiten Quartal 2014, so gibt der Streaming-Riese an, nutzen bereits 50 Millionen Menschen weltweit das Angebot. Der bis jetzt noch nicht abgedeckte Teil von Europa bietet mit 60 Millionen Breitband-Haushalten schon mal eine gute Aussicht auf weitere Streaming-Kunden.

Den Vorteil von Netflix gegenüber seinen Mitbewerbern schafft sich Netflix durch den Zugang zu exklusiven Serien/Filmen sowie hochkarätige Eigenproduktionen wie zum Beispiel das Aushängeschild “House of Cards”, woran allerdings noch der Pay-TV Sender Sky das Recht auf die Erstausstrahlung in Deutschland hat. User können derzeit auf etwa 60.000 Serien und Filme in flüssigen Streams und HD zugreifen. Alle Wettbewerber im deutschen Markt können hier mit ihren Angeboten bei weitem nicht mithalten. Hinzu kommt ein cleveres Empfehlungsmanagement, was genauestens die Aktionen des Users analysiert und daraufhin Filme und Serien empfiehlt, die zu dem User passen könnten.

Neben der reinen Masse an Filmen und Serien spielt natürlich auch die Aktualität dieser eine Rolle und wie schnell es Netflix schaffen wird, aktuelle Blockbuster in ihr Portfolio aufzunehmen. In Deutschland ist laut Auswertungen des Informationsdienstes veed zur Zeit Amazon Instant Video der Anbieter mit dem aktuellsten Portfolio. Da der Katalog für Deutschland allerdings noch nicht bekannt ist, bleibt nur abzuwarten inwiefern Netflix in puncto Aktualität mit seinen Wettbewerbern mithalten kann.

Auswirkung

Inwieweit es Netflix schaffen wird, den deutschen Streaming-Markt an sich zu reißen und damit auch für eventuelle Werbeflächen zu sorgen, auf denen vor allem die jüngere Generation erreicht werden kann, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Allerdings plant Netflix auch deutsche Eigenproduktionen, bei denen ein Product-Placement Sinn machen könnte. Immerhin ist „Apple“ eine der wenigen Marken, die in der beliebten Serie „House of Cards“ plakativ zu sehen ist.

Fazit

Letztendlich sind es die oben genannten harten Faktoren, aber auch die soften Faktoren wie Verfügbarkeit in Originalsprache und Device-Einbindung, die eine Rolle spielen bei der Wahl eines Video-on-Demand-Anbieters und Netflix scheint viele davon zufriedenstellend zu berücksichtigen, deshalb sehen wir die Chancen des US-Riesen als ziemlich gut an.

Quellen:

http://www.serienjunkies.de/news/netflix-deutschland-studie-60423.html

http://www.chip.de/news/Netflix-in-Deutschland-Start-am-16.-September_69162205.html

http://www.computerbild.de/artikel/cb-Aktuell-Internet-Netflix-Deutschland-Start-9137629.html

 

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